Bericht Oltner Tagblatt 03.09.2005

WM-Fussbälle kommen aus Wangen

Fussbälle Marke Tramondi Im Test des "Konsum.tv" wurden Spitzenränge erreicht

Die Firma Tramondi feiert nächstes Jahr das 25-jährige Jubiläum und ist seit zehn Jahren in Wangen bei Olten ansässig. Der Gründer und Inhaber, Peter Mucha, war selber aktiver Fussballer und kennt die hohen Ansprüche, die im Spitzenfussball an das Streitobjekt gestellt werden. Die Tramondi-Bälle halten allen Anforderungen Stand und erfreuen sich weltweit immer grösserer Beliebtheit. Ein zweites Standbein der Firma ist die Tramondi Büro AG mit Kompagnon Remo Burkhardt.

Edgar Straumann

Wie sagte doch einst die deutsche Trainer-Legende Sepp Herberger jeweils vor einem Spiel? "Der Ball ist rund!" Und wie oft hört man von Spielern von der untersten regionalen Liga bis hin zum hochdotierten Star der Champions League, wenn eine Aktion nicht nach Wunsch verläuft? "Der Ball ist schuld!". Wie auch immer, der Ball ist es, welcher überall dort, wo Fussball gespielt wird, im Mittelpunkt steht und daher Lob ernten, oder eben auch Kritik einstecken muss.

"Konsum.tv", eine Sendung des Schweizer Fernsehens hat sich vor noch nicht allzu langer Zeit mit Fussbällen auseinander gesetzt. Nebst bekannten internationalen Marken wurden beim Test auch Bälle der Schweizer Firma Tramondi auf Herz und Nieren geprüft. Zur grossen Überraschung landeten die beiden Bälle von Tramondi "Mundial" und "Matchball" auf Rang drei und vier. "Cellerator Zero 4" von Puma und Roteiro von Adidas folgten erst auf dem fünften und sechsten Platz. "Für mich war das keine Überraschung" erklärte Peter Mucha, "denn ich weiss wo und wie unsere Bälle hergestellt werden und welche Kriterien erfüllt sein müssen, bevor sie unser Werk verlassen."
Auf "unser Werk" angesprochen, war vom Firmeninhaber Mucha zu vernehmen, dass Tramondi in Pakistan eine eigene Produktionsstätte betreibt. "Wir produzieren unsere Bälle in der eigenen Fabrik in Pakistan selber, dies im Gegensatz zu allen anderen bekannten Marken, die ihre Produkte irgendwo, das heisst meist auch in Pakistan, in Auftrag geben. Dadurch können wir unsererseits garantieren, dass bei der Herstellung absolut keine Kinderarbeit geleistet wird." Zur Bestätigung dieser Aussage verweist Mucha auf die vorliegende amtliche Zertifikation. Das soziale Engagement des Wangner Unternehmers kommt auch darin zum Ausdruck, dass den Kindern der 1500 Angestellten, zur Zeit sind es sogar mehr als 2000, das Schulgeld und die obligatorischen Schuluniformen bezahlt wird. "Würden wir dies nicht machen, hätten diese Kinder keine Chance einer geordneten Schulausbildung. die sonst nur einer gehobenen Klasse vorbehalten ist."

Zur Zeit werden bei Tramondi weit mehr als 10'000 Bälle pro Tag hergestellt, weil die bevorstehende Fussball WM eine grosse Nachfrage, ja sogar ein Boom mit sich bringt. Ein guter Näher kommt auf eine Tagesproduktion von drei bis vier Bällen. "Natürlich kommt nur ein kleiner Teil dieser Produktion nach Wangen. Der Versand nach allen Herren Ländern rings um den Globus erfolgt direkt," erklärt Mucha. "Zudem sind wir Hersteller von Bällen, die das offizielle WM- Logo der Fifa verwenden dürfen." Die von Tramondi gefertigten Bälle finden nicht ausschliesslich den Weg zu Grossverteilern, sondern sind je länger je mehr ein beliebtes Werbeobjekt oder auch Geschenkartikel der offiziellen WM-Sponsoren. Dies erklärt die hoch erscheinende Anzahl, im Normalfall sind es sechs bis achttausend.
Nicht nur der FC Wangen, der FC Trimbach, der FC Niedergösgen oder der FC Schöftland spielen ausschliesslich mit Tramondi Bällen. Auch auf internationalem Gebiet wurde ein wichtiger Anfang gemacht, und wie es sich gehört schön der Reihe nach, nämlich bei A wie Albanien, A wie Armenien und A wie Aserbeidschan. Diese Nationalmannschaften vertrauen auf Tramondi. Dazu ein interessantes Detail. In der WM-Ausscheidung trifft die holländische Nationalmannschaft auf Armenien. Im Wissen, dass ihr Gegner mit Tramondi Bällen spielt, wurde in der Vorbereitung nichts dem Zufall überlassen. Auch für die Holländer mussten solche Bälle her. Offensichtlich war man in den Niederlanden mit dem Schweizer Produkt sehr zufrieden. Das Beweisstück zeigt Peter Mucha mit berechtigtem Stolz. "Diesen Ball haben wir zurück erhalten, versehen mit sämtlichen Unterschriften der Nationalspieler."
Die deutsche "die tageszeitung" weiss unter dem Titel "Kicken ohne schlechtes Gewissen zu haben" zu berichten, dass auch Lettland mit Tramondi-Bällen die Qualifikation zur Euro 2004 schaffte. Tramondi-Bälle tragen das Transfair-Siegel, was nichts anderes heisst als fair gehandelt. Dabei wird der Wunsch geäussert, dass auch an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland mit fairen Bällen gespielt werde

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